Die Stadt Völklingen ist mit 40.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Saarland und grenzt auf der Ostseite  direkt an die Landeshauptstadt Saarbrücken.  Aufgrund der Eisen- und Kohlefunde gab es eine frühe Industrialisierung. Infolgedessen entstand 1572 im  heutigen Geislautern die älteste Eisenschmelze des Landes. Mit dem im Jahre 1881 aufgebauten  Eisenhüttenwerk begann für die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit, welche beinahe ein Jahrhundert anhielt.  Dadurch zählte die Stadt Völklingen einst zu den bedeutendsten Montanstandorten in der Bundesrepublik  Deutschland. Die Schließung der Hochöfen im Jahre 1986 leiteten für die Entwicklung der Stadt den  entscheidenen Wendepunkt ein.  Das eindrucksvolle Erzeugnis, welches für die Stadt und ihrer Vergangenheit so prägend ist, wurde im Jahre  1994 von der UNESCO als Weltkulturerbe "Völklinger Hütte" ausgewiesen. Mit der Auseinandersetzung und  Ausstellung von Industriekultur und Kunst wurden die stillgelegten Teile der ehemaligen Hütte zu einem  lebendigen Ort.  Mit der Schließung der Völklinger Hütte im Jahre 1986 und dem verbundenen Verlust der Arbeitsplätze, hat  die Stadt mit einem verheerenden Rückgang und einer Entleerung in der gesamten Stadt zu kämpfen. Dies  hat negative Auswirkungen auf alle öffentliche Belange und Infrastrukturangebote.  Im Stadtteil Fenne schreitet die Entleerung unaufhaltsam voran. Des Weiteren haben fast ein Drittel der  Anwohner einen Migrationshintergrund. Unterhalb des Stadtteils Fürstenhausen wurde zudem jüngst der  Bergbau intesiv betrieben, dass praktisch jedes Gebäude "bewegt" wurde. Zusätzlich wurden auch öffentliche  Einrichtungen, Straßen und Kanäle stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadtteile Fürstenhausen und Fenne  weisen die typischen städtebaulichen Probleme industrieller Gemengelagen auf, wie z.B. beschädigte  Gebäude, Entleerung, Brachen, strukturloses Wachsen, verschiedene Gebäudetypen, enges Nebeneinander  von Wohnen und Indusrtie sowie allgemeine Gestaltungsschwächen. Darüber hinaus herscht heute eine  Unterversorgung mit gewerblichen Einrichtungen, Arbeitsplatz- und Ausbildungsangeboten. Die Sozialstruktur  beider Stadtteile ist durch einen hohen Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfe-EmpfängerInnen  gekennzeichnet.   Seit 2001 wird ein integrierter Handlungsansatz zur städtebaulichen, wirtschaftlichen, sozialen und  ökologischen Erneuerung mit Fördermitteln des saarländischen Ziel-2-Programms und des Bund-Länder-Pro-  gramms "Soziale Stadt" gefördert.   Aufgabe:  Es soll ein integriertes Entwicklungskonzept mit neuen Ideen ausgearbeitet werden, welches eine  zukunftsfähige Entwicklung der Stadtteile Fürstenhausen und Fenne unterstützen kann. Dabei sind  funktionale und infrastrukturelle Zusammenhänge innerhalb der Stadtteile und insbesondere in ihrem Verbund  zu entwickeln. Des Weiteren soll ein Handlungsfeld die Gestaltung und Nutzungsvielfalt des öffentlichen  Raumes sein. Darüber hinaus können als Vertiefung auch Einzelkonzepte zur Revitalisierung minder  genutzter Grundstücke und Gebäude erarbeitet werden.  Masterplan: Für Fürstenhausen ist die Errichtung eines funktionierenden Ortskern sowie die Attraktivierung des Stadtteils  als Wohnstandort vorgesehen. Dies wird durch die Schaffung eines mischgenutzten öffentlichen Raumes mit  Aufenthaltsqualitäten an der Saarbrücker Straße  sowie dem Bau von mehrgeschossigen Wohnungsbauten  nähe dem geplanten Ortskern ermöglicht. Zusätzlich unterstützt wird das Vorhaben durch die Sanierung der  erhaltenswerten Gebäude, der Neunutzung von Brachflächen und Gebäude mit Leerstand sowie dem  Rückbau von nicht benötigten bzw. nicht sanierbaren Gebäude.   Durch den wirtschaftlichen Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft, erlitt Völklingen eine  Destabilisierung des städtischen Lebens. So stark auch die Stadt in Mitleidenschaft gezogen wurde,  entstehen für sie neue Chancen und somit einen Neuanfang, insbesondere für Fenne und Fürstenhausen.  Die Zukunft der Stadt liegt in die Stärkung der Wirtschaft mit Hilfe der Dienstleistungsunternehmen und der  Wissenschaft. Dies wird durch den Bau eines Forschungs- und Technologiezentrums, z.B. für regenerative  Energien und  Nanotechnologie auf der großen Gewerbefläche ermöglicht. Des Weiteren besteht die  Möglichkeit mit der Universität Saarbrücken und/oder - durch die Nähe zu Frankreich - mit einer  französischen Universität zu kooperieren.  Mit dem Bau des Forschungs- und Technologiezentrums können  saubere und sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze angeboten werden. Darüber hinaus könnte das Image  Völklingens verbessert sowie Fenne und Fürstenhausen nachhaltig entwickelt werden.  Der Hafen bietet außer dem Verladen von Altmetallen keine andere Nutzungsmöglichkeiten. Aufgrund des  erheblichen Potentials sollte der Schrottplatz verlegt und der Hafen zur Neunutzung freigegeben werden.  Dabei könnte dieser als Anlegestelle für Ausflugsschiffe - in Verbindung mit Fahrten zur "Saarschleife" -  verwendet werden. Zusätzlich könnte ein Anlegeplatz für ein Museumsschiff zur Verfügung gestellt werden,  welches die Kultur und die Arbeitergeschichte der Stadt erzählt. Bezüglich der Größe des Hafens besteht eine  weiter Anlegestation des Theaterschiffes "Maria-Helena", welches in Saarbrücken beheimatet ist und eine  kulturelle Bereicherung für Völklingen bedeuten würde.  Ferner würde die Errichtung eines Beachclubs in  Verbindung mit gastronomischen Angebote eine stärkere Ortsbindung und ein erweitertes Kultur und  Freizeitangebot den Bewohnern bieten.  Das Konzept sieht für Fenne eine große Umstrukturierung vor. Dabei soll der nördliche Teil Fennes  rückgebaut werden. Der südliche Teil könnte durch zusätzliche Misch- und Wohnflächen am Sportplatz  nachverdichtet werden. Diese Maßnahmen würden einen enormen Beitrag zur Stabilisierung des Ortes  leisten. Der Rückbau von Fenne - Nord wird aufgrund der vielen sanierungsbedürftigen und leerstehenden  Gebäude als notwendig gesehen. Die Maßnahme kann Schrittweise erfolgen und langfristig angelegt sein.  Auf der neu entstandenen Fläche würde durch das Anlegen eines großen Freizeitparks, die Attraktivität und  Lebensqualität Völklingens steigen und dadurch eine regionale Bedeutung erhalten.   Für die Schließung der räumlichen Lücke zwischen Fenne und Fürstenhausen sowie ein gesellschaftliches  näher bringen beider Stadtteile, könnte eine gemeinschaftlich genutzte Sportanlage am Holzplatz bzw.  Oberhalb des Forschungs- und Technologiezentrums, errichtet werden. Durch die in betracht gezogene  Zusammenlegung beider Sportvereine, könnten die vorhandenen sanierungsbedürftigen Sportflächen in  Fenne und Fürstenhausen einer Neunutzung zugeschrieben werden. Die neue Sportanlage bietet zudem  Vereinsräume sowie Räumlichkeiten zur gemeinschaftlichen Verwendung.  Wettbewerb / Projektarbeit Nutzung- und Infrastruktur Freiflächen und öffentliche Räume Potentiale und Mängel Masterplan Bearbeitungsjahr: 2010 Bearbeitungsdauer: 5 Monate Software: Illustrator, Photoshop Geoinformation - Umweltmanagement - Stadtplanung | Impressum