Die Entwicklung der europäischen Stadt, ist die Geschichte einer ständigen Anpassung der sozialen,  politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Fortwirkend stadtbildprägender Einfluss hatten  überwiegend urbane Qualitätssprünge: Von der kompakten mittelalterlichen Stadt über die Renaissance- und  Barockzeit weiter zu den großflächigen Steinwüsten des Industriezeitalters bis hin zu ausufernden  Stadtlandschaften der Moderne mit ihren Großsiedlungen und Vorstädten, war es ein weiter Weg.   An diesem Punkt der Entwicklung angelangt sind neue Fragen entstanden, welche beantwortet werden  müssen. Wie geht es nun weiter? Welche neue Schicht wird der europäischen Stadt hinzugefügt? Wie  werden sich die digitale Revolution, die Globalisierung, der wirtschaftliche Strukturwandel hin zur  Dienstleistungsgesellschaft und die demografischen Veränderungen auf die städtische Bebauung auswirken?  Bleiben die gewohnten Stadträume bestehen? Welche Formen der Funktionsmischung und der Dichte  entsprechen der zukünftigen Gesellschaft? Und welche Funktion übernehmen die öffentlichen Räume?   Die Stadtentwicklung wird sich neuen Themen zuwenden müssen. Themen wie klimaschonender  Stadtumbau, umweltgerechte Mobilität, insbesondere Elektromobilität, Work-Life-Balance in den  Stadtquartieren, ein verträgliches Zusammenleben der Ethnien und Generationen, um nur einige Begriffe zu  nennen. Ein Merkmal des zukünftigen Städtebaus wird es sein, die räumliche Vielfältigkeit heutiger Städte  gerecht zu werden. Die Zentren der Groß- und Mittelstädten werden mit neuen Nutzungen angereichert. Dabei entstehen neben  Vierteln des Konsums auch kulturelle Glanzpunkte. Die öffentlichen Räume werden für Stadttouristen und  Konsumenten verschönert. Demgegenüber verlangen die Randlagen der Stadt- und Stadtteilzentren,  brachgefallene Infrastruktureinrichtngen und Gewerbeflächen, vor allem aber die von Verkehrstrassen  zerschnittenen Zwischenräume nach neuen Konzepten. Die sich verändernde Rahmenbedingungen des  politischen Handels und die wandelnde Stadtgesellschaft fordern heraus, dass neu über die Stadt  nachgedacht werden muss. Des Weiteren sind neue Wege zur Gestaltung der urbanen Lebenswelt zu  entdecken.   Welche Stadt wird die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts am besten bewältigen? Wie kann man sich  das Stadtquartier der Zukunft vorzustellen?  Aufgabe:  Der Wettbewerb "Next City" will anregen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche städtebaulichen  Chancen sich für die Stadt von morgen eröffnen. In Analyse, Konzept und Entwurf sollen innovative Ideen für  städtische Strukturen und Nutzungsszenarien dargestellt werden. Die Ideen, Konzepte und Entwürfe sollen in  einer konkreten Situation - Stadt, Stadtteil oder Quartier - verdeutlicht werden. Den Ort können die  Teilnehmer frei wählen.  Masterplan: Die Konzeption sieht das Westend als ein zentral in Wiesbaden gelegenes "Kreativ- und Kulturgebiet",  welches mit dem umliegenden Gebiet sehr gut vernetzt ist und weitere Möglichkeiten zur freien Entfaltung  bietet.   Das Quartier soll künftig von öffentlichem Charakter geprägt sein, ohne dabei seine "räumliche Identität" zu  verlieren. Das Erscheinungsbild Westends wird noch heute von belebten Straßen und gründerzeitlicher  Bauten geprägt.  Das Konzept sieht zudem die Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität vor. Dabei sind von enormer  Wichtigkeit die Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Auflösung der Leerstände, die Neugestaltung der  Innenhöfe sowie die Aufwertung der öffentlichen Räume, insbesondere den "Patz der deutchen Einheit".  Neben den Sanierungsmaßnahmen wird auch das Thema "Barrierefreiheit" angesprochen.   Detailplanung  Für eine mögliche Entwicklung des zukünftigen Quartiers wurde anhand eines Blockes eine kurz-, mittel-,  und langfristige Konzeption ausgearbeitet. Dabei handelt es sich insbesondere um die Nutzung des  Innenhofes und seiner möglichen Entwicklung.   Kurzfristige Planung der Blockbebauung Das Konzept sieht neben einer Aufwertung des Innenhofes auch die des Straßenblides vor. Mittels  Bepflanzungen, Kürzungen der Bäume, Begrünungen und hellen Fassadenfarben der Gebäude sollen die  Bereiche freundlicher wirken und eine freie Sicht ermöglichen.  Mittelfristige Planung der Blockbebaung Möglichkeiten zur besseren Nutzung des Innenbereiches wird durch eine Reduzierung der Bebauung  gewährleistet. Dadurch können diverse Szenarien wie "Wohnen und Arbeiten" sowie "Wohnen und Gewerbe"  entstehen. Darüber hinaus können Kindertagesstätten und Wohnungen für alleinerziehende Elternteile  bereitgestellt werden. Der Vorstellungskraft bezüglich einer optimalen Nutzung wurden keine Grenzen  gesetzt. Dessen ungeachtet ist die Schaffung von öffentlichen Räumen - Orte der Begegnung - erforderlich.  Dabei soll die mittelfristige Planung als Vorstufe dienen. Eine zusätzliche Option ist die Flächeneinteilung. Die  Schaffung von Stell- und Arbeitsplätzen im Freien (mit Hilfe des Wlans und langen Akkulaufzeiten) sind  realisierbar, ebenfalls die Errichtung eines Wintergartens.   Langfristige Planung der Blockbebauung Bei dieser Konzeption wurde der Fokus auf den technologischen Fortschritt und der wandelden Gesellschaft  gesetzt. Bezüglich der "nachhaltigen Stadt" bzw. "Next City" ist neben der modernen  Energieversorgung  durch Photovoltaikanlagen oder andere Maßnahmen auch eine Änderung des Verkehrs zu erwarten. Begriffe  wie "Shared-Space" oder Elektroaufladestation (E-Tankstelle) für Automobile werden keine Seltenheit  darstellen.  Durch die Vergrößerung der Innenhoffläche bzw. der Schaffung entsprechender öffentlichen Räume ist von  einer Wandlung der Arbeitswelt auszugehem. Nach dem Motto "mehr von Zuhause arbeiten", gerade in der  Logistik-, Dienstleistungs-, Erlebnis-, und Kommunikationsgesellschaft sind solche Entwicklungen denkbar.   Durch den Demografischen Wandel erhöht sich die Fläche pro Einwohner. Eine sinnvolle Nutzung der Fläche  sollte im Fokus stehen. Dabei können neben den bisherigen Maßnahmen auch kinderfreundliche  Nutzungsformen entstehen, welche den Wunsch zur Familiengründung steigern könnte.   Projektarbeit Nutzungs- und Infrastruktur Bebauungsstruktur Ziel- und Programmformulierung Bearbeitungsjahr: 2010 Bearbeitungsdauer: 5 Monate Software: Vectorworks Lanschaft 2010, Photoshop, Illustrator, InDesign Geoinformation - Umweltmanagement - Stadtplanung | Impressum