Mit dem Ende des kalten Krieges und den daraus resultierenden neuen Strukturen in Osteuropa wurde von  den Regierungen der Länder Ende der 1980er-Jahre den massivsten Truppenabbau der Nachkriegszeit  eingeleitet. Des Weiteren wurde der Abbau durch die im Jahr 2001 eingeführte Strukturreform der  Bundeswehr sowie den anhaltenden Frieden in Europa zusätzlich verstärkt. Im Zuge dessen wurden weltweit  mehr als 8000 Militärflächen mit einer Größe von über einer Million Hektar freigegeben. Allein in Deutschland  führte diese Entwicklung zwischen 1990 und 1997 zur Räumung von 386.000 Hektar ehemaliger militärischer  Liegenschaften. Die gewonnene Gesamtfläche gleicht der Größenordnung eines Bundeslandes und ist im  Vergleich zum Saarland mit 256.870 ha deutlich größer.   Durch die Freigabe der militärischen Liegenschaften entstehen für die Gemeinden und ansässigen  Dienstleister enorme finanzielle Einbußen. Zugleich ergeben sich für die betroffenen Gemeinden  unschätzbare Potenziale, welche ausgeschöpft werden sollten. Die Flächen könnten im Sinne einer  integrativen Stadtentwicklung revitalisiert werden. Mit der Nachnutzung von Militärbrachen in urbaner Lage  besteht zusätzlich der Vorteil, die Flächeninanspruchnahme auf der "grünen Wiese“ zu vermeiden und die  Innenentwicklung eines Stadtgebietes zu fördern.   Eine der vielen betroffenen Städte in Deutschland ist die Stadt Mannheim. Mit dem Abzug der US-Garnison  werden voraussichtlich bis 2015 mehr als 500 ha militärisch genutzter Fläche freigegeben.  Aufgabe:  Anknüpfend zum aktuellen Thema der "Konversionsentwicklung militärischer Liegenschaften“ wurde in dieser  Ausarbeitung am Beispiel der Turley Barracks (ehemalige Kaiser-Wilhelm-Kaserne) in Mannheim ein  städtebauliches Neunutzungskonzept erarbeitet.  Masterplan: Das Gesamtkonzept sieht einen Ausbau im Bereich der Bildung vor. Anknüpfend an das heute noch  existierende Image der "Mannheimer Schule“ soll das bekannte Bildungsniveau mit Hilfe einer Internationalen  Schule zusätzlich verstärkt werden und weiterhin konkurrenzfähig bleiben. Die Internationale Schule könnte  mit Hilfe des Altbestandes eine Kapazität von 1000-1500 Schülern besitzen und sämtliche Schulformen, vom  Kindergarten bis zum Bachelorabschluss anbieten. Darüber hinaus soll nach 12 Jahren Schulzeit ein  deutsches oder englisches Abitur ermöglicht werden. Im südlichen Bereich entlang der B38 sollten  ergänzend zum Altbestand moderne und klimatisierte Hochschulgebäude erbaut werden, welche für die  jeweiligen Fachbereiche ausgerüstet werden könnten. Des Weiteren wäre der Bau einer Tiefgarage unterhalb  des Gebäudes denkbar. Zwischen den Neubauten sowie unterhalb der Sporthalle können die Flächen  multifunktional verwendet werden. Insbesondere bei Sportveranstaltungen oder Festen könnten auf den  Flächen zusätzliche Stände oder Zelte, frei von jeglichen Störungen des motorisierten Individualverkehrs,  sicher aufgestellt werden. Das Kammergebäude könnte aufgrund seiner Lage und der vorherigen  Lagernutzung zur Bibliothek umgerüstet werden.   Das Konzept beinhaltet zudem einen barrierefreien Zugang auf das Schulgelände. Die von den US- Truppen  nachgerüstete Umzäunung soll rückgebaut und die Rotbraune Mauer -aufgrund ihrer historischen  Bedeutung- erhalten werden. Sie sollte jedoch geöffnet und von den Metallanbauten befreit werden. Diese  bauliche Korrektur würde dem Fußgängerverkehr den Zugang auf das Gelände von allen Seiten ermöglichen.  Der Zugang des motorisierten Individualverkehrs solllte hinsichtlich der hohen Verkehrsdichte nicht über die  B38 erfolgen. Insgesamt sind für den motorisierten Individualverkehr sieben Zugänge vorgesehen.  Ausgehend von der Landwehrstraße kann das Gelände bis zu den Neubauten der Hochschule befahren und  über die Straße „Am Exerzierplatz“ wieder verlassen werden. Über die Pappelallee und den Zaubernußweg  kann das Gelände mit Hilfe von drei weiteren Zugängen erreicht werden. Die an der Grenadierstraße  liegende Parkplatzanlage wurde in der Konzeption mit dem Nebeneingang verbunden. Mit dieser baulichen  Maßnahme und dem zusätzlichen Haupteingang wird das Erreichen des Geländes über die Grenadierstraße  gewährleistet. Der sich in der Mitte befindende ehemalige Exerzierplatz könnte aufgrund der langen Besetzung und den  daraus entstandenen Freundschaften zwischen den Amerikanern und den Einwohnern Mannheims in  „Turleypark" unbenannt sowie nachgenutzt werden. Dieser könnte zu Unterrichtungszwecken und zur  Freizeitgestaltung außerhalb der Schulzeiten genutzt werden. Des Weiteren wäre aufgrund der großzügigen  Fläche eine Sportangebotserweiterung denkbar.  Das Neubaugebiet bietet den Lehrbeauftragten und Einwohnern der Stadt ein zentrales und zugleich ruhiges  Wohngebiet. Dieses zeichnet sich durch unterschiedliche Wohnformen aus. Das Konzept sieht eine  Verlängerung der Pappelallee und Weiterführung der Bebauung vor. Die Mietwohnungsbauten bieten neben  einer attraktiven Lage und geräumigen Erscheinungsform zusätzliche Tiefgaragen zur Unterbringung der  Fahrzeuge. Die an der Pappelallee südlich liegenden zweigeschossige Reihenhausbebauung wurde in der  Konzeption ebenfalls weitergeführt. Die Wohnbauten bilden die Grenze zu den frei stehenden  Einfamilienhausbebauungen und zeichnen sich durch eine, im hinteren Teil befindliche, private Gartenfläche  aus. Für Einwohner oder Lehrbeauftragten - mit dem Wunsch eines dauerhaften Wohnsitzes - könnte die  Fortführung der Einfamilienhausbebauung am Jasminweg ideale Voraussetzungen schaffen. Die Bebauung  zeichnet sich durch großzügige Grundstücksflächen aus. Des Weiteren bestünde für mögliche  Garagenbauten ausreichend Fläche. Eine unterschiedliche Bebauungsform der Häuser sowie vielfältige  Dachkonstruktionen könnten aufgrund bereits existierender und vergleichbarer Bauten realisiert werden. Die  am Schulgelände angrenzende Wohnnutzung wird durch den, von der Bildungseinrichtung emitierenden  Lärm nicht gestört. Die Lärmemission wird mit Hilfe der Anordnung der Wohn- und Schulgebäude sowie  deren entgegengesetzte Erschließung vermieden. Des Weiteren können die Unterrichts- und  Vorlesungsräume mit Hilfe der Raumstruktur in Richtung Turleypark bzw. B38 ausgerichtet werden.   Die von Nord-Ost nach Süd-West verlaufende Begrünung bietet neben dem „Wohnen im Grünen“ zusätzlich  eine Fortführung des bereits existierenden Spazierweges an. Die Besonderheit des Weges liegt neben der  Begrünung und der daraus resultierenden attraktiven Wohnlage auch in einer automobilfreien Zone und der  daraus resultierenden Ver-bindungsachse durch das ehemalige Kasernengelände. Darüber hinaus könnte mit  Hilfe dieser baulichen Maßnahme der Herzogenriedpark schnell und barrierefrei mittels einer Überquerung  der punktuell begrünten sowie sanierten Grenadierstraße erreicht werden. Des Weiteren wurden die an der  Grenadierstraße befindlichen Kleingartenanlagen berücksichtigt. Das Konzept sieht eine Vergrößerung der  Gärten vor, welche bis in den rückwärtigen Raum an den neu geplanten Spazierweg angrenzen sollten.  Masterthesis Mängel Potentiale Ziel- und Programmformulierung Masterplan Bearbeitungsjahr: 2011 Bearbeitungsdauer: 5 Monate Software: Vectorworks Lanschaft 2011, Photoshop Geoinformation - Umweltmanagement - Stadtplanung | Impressum